Weihnachtsgedichte¬†¬†ūü•Ā

 

 

mama, papa huckepack  (an den nikolaus)

 

 

niklaus komm, ich hab kein haus

leuchte nur mein herz mir aus

schenk mir ruhe um die ohren

wenn meine hände sind gefroren

sei so gut und wärm sie mir

ich summ mein liebstes liedchen dir

von fern aus meiner mutter land

das dir wohl eher unbekannt

dort fällt seit wintern bittrer schnee

auf häuser, straßen - wo ich geh

ich geh in der erinnerung 

komm, geh mit mir herum

 

nimm mit in deinem großen sack

mama, papa, huckepack

mein schwesterchen an deine hand 

besuchen wir mein schönes land

ich hauch dir in der sprache mein

den morgenroten lichterschein

mit dem du mir das herz erhellst

wie meines vaters haus

dass meine lieben gäste sind

ich bitte dich von herzen, nikolaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

weihnachtswunsch

 

 

ich w√ľnsche mir die zeit mit dir

gepackt in tannenbaumpapier

mit einer roten schleife dran

dass ich mich richtig freuen kann

mein lieber weihnachtsmann

 

nen himbeermarmeladenkuss

als morgendlichen weihnachtsgruß

dass unser brot der schaffenszeit 

von zuckerguss wei√ü √ľberschneit¬†

und wir bei tee und apfelkuchen

alte reime wieder suchen

als kehrten wir zur√ľck zum stamm

wie kerzen in den baum

dass  unser strahlen neu entflammt

die herzen hell und offen aus uns schaun

 

ich w√ľnsche mir das gl√ľck mit dir

es ist viel mehr als eine zier

so wie dein bart nicht fehlen kann

mein lieber, guter, schöner weihnachtsmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lichterernte

 

 

raureif die nacht

√ľber √§ckern kahl und hart

das schleifen meiner sohlen 

feld um feld durch weiß gebrannte spuren

kristalle an den fenstern des hofes

 

vierundzwanzigmal versprochen

die letzten garben 

gescharrt von vögeln 

die niemals ruhn

zaubernuss bl√ľht warm in meine hand

 

in meinem herzen die gläserne glocke

du das pendel dazu

als ob wir nur zieren die mitte

im kreise dieses kalenders

 

hinter den läden lautloses läuten

setzt reihen von lichtern in gang

und korn um korn blinkt auf

in den kammern 

die saat eines endlosen jahres

 

sorgsam 

des himmels rote stirn

krönt mit mattem beschlag die scheiben

haucht ihren glanz

in die augen des streunenden betrachters

 

lichter erntet in diesen tagen der frost

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aufwachen

 

lange, kuschlige wattefäden

sind meine gedanken an dich

sie weben sich fein durch die fensterläden

ich seh' s durch die spalte im licht

 

sie streifen mein kissen, streifen mein bett

die gärten, das samtweiße feld

hinein durch dein fenster, sie kitzeln dich weich

bedecken so flauschig die welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

krippengedicht

 

 

schrei

mein kind 

mag sein, du bist

das zeichen

dass welt dich umgibt

 

mag sein, du bist

die welt f√ľr deinen schrei

und f√ľr die rufe

die verstummt schon 

neben dir

 

 

 
Das Christkind wurde geboren. Vor mehr als 2000 Jahren in einem kleinen Stall. 
Es war eine heilige Nacht. Und Gott sei Dank, auch dieses Kind hat geschrien, in die stille Nacht hinein.
Ich w√ľnsche mir, dass alle Kinder dieser Welt, egal welcher Kultur, Religion und Herkunft, die gro√üen und die kleinen, schreien und mit Leib und Seele¬† erfahren, was offene Ohren und offene Arme bedeuten.
In diesem Sinne wuensche ich Euch und Ihnen allen ganz herzlich frohe Weihnachtstage! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine starke, in sich ruhende, vom Leben gezeichnete Frau
Maria (II)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schneeklopfen

 

 

im zauberbepuderten winterhelldunkel

spitzb√ľbisch bezwickendes sternengefunkel

klammheimlichblinzelnd durch schokoluken

kommt mich halunkengemunkel bespuken

in all meinen ohren dein

unverfroren

fehlst noch grad in meinem gespann

pfeffernussgrinsender weihnachtsmann

 

horch wie es klopft

schnee kanns nicht vertuschen

tritt ein, herein, nun komm in die puschen

lass dich mit zuckerguss umdr√ľcken

dir¬† deine augen mit freude beschm√ľcken

will gießen dir ein dampfduftigen wein

dein lebkuchenherz mit liebe bestreun

dicht an fichtenholzknisterflammen

lass uns gew√ľrzig verduften zusammen

 

sternklare nacht 

durch schokoluken

knisterholzkrachen

flammenbespuken

schnee kanns nicht vertuschen

vergiss deine puschen

klopf, klopf, im gespann

pfeffernussgrinsender

lebkuchenherziger

knisterholzkrachender

weihnachtsmann